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Frauenarztpraxis am Kesselbrink

Krankheitsbilder

Acne inversa

Acne inversa (Hidradenitis suppurativa) ist eine chronische, entzündliche Erkrankung an Terminalfollikeln von Hautumschlagfalten, mit Auftreten von eitrigen Abszessen und Knoten im Bereich der Achselhöhlen, Leisten und im Anogenitalbereich (Intimbereich, Gesäß). Meist tritt die Erkrankung bis zum 30 Lj. auf. Das betroffene Gewebe schmerzt, ist geschwollen, gerötet und oftmals entzündet. Die eitrigen Abszesse sind sehr schmerzhaft, heilen sehr langsam ab und weisen eine hohe Krankheitslast auf. Bei lang bestehender Acne inversa können Komplikationen wie Erysipel, Phlegmone, Lymphödem, Strikturen und Fisteln auftreten. Häufig leiden Patientinnen zusätzlich an Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Pyoderma gangränosum.

Acne inversa ist seit 1839 bekannt, bis zur Diagnose vergehen aber im Durchschnitt 7 Jahre. Circa 2 % der Bevölkerung sind betroffen. Frauen sind bis zu dreimal häufiger betroffen als Männer.

Acne inversa wird in drei Schweregrade kategorisiert (Hurley 1, 2 und 3). In Stadium 3 kommt es neben starken Schmerzen auch zur Narbenbildung, diese kann die Beweglichkeit einschränken.
Die genaue Ursache der Acne inversa ist nicht geklärt. Es wird angenommen, dass eine Verhornungsstörung der Haarfollikel zu einem Verschluss des Ausführungsganges führt und damit für die Acne inversa ursächlich ist. Oft sind auch Familienangehörige betroffen. Im weiteren Verlauf reißt der Haarfollikel unter der Hautoberfläche ein, woraufhin es zu schmerzhaften Entzündungen kommt.

Leider, trotz aller medizinischen Fortschritte ist Acne inversa nicht heilbar. Mit verschiedenen Therapiemaßnahmen (medikamentös, operativ und Lasertherapie) kann man aber eine Linderung der Beschwerden erreichen. Durch eine Lebensstilanpassung kann man Einfluss auf die Symptome und Schubhäufigkeit nehmen – Vermeidung von mechanischen Irritationen (keine enganliegende Kleidung, keine synthetischen Stoffe), Vermeidung von Nassrasuren (Gefahr von Mikroläsionen und deren bakterieller Besiedlung), Stressreduktion und lokale Desinfektion der betroffenen Hautpartien sind konservative Therapieoptionen. Auch die Gewichtsreduktion bei vorhandenem Übergewicht und Reduktion bzw. Stopp des Rauchens können zu einer Verbesserung der Symptome beitragen und die Schubfrequenz reduzieren. Zugelassene Medikamente für die Behandlung der Acne inversa existieren nicht. Es kommen beispielweise Antibiotika in Form von Tabletten oder zum Auftragen auf betroffene Areale in Betracht. Auch operative Therapieoptionen existieren.

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.

Blutungsstörungen

Als Blutungsstörungen bezeichnet man abweichende Menstruationsblutungen bzw. Störungen in Zeitpunkt, Häufigkeit und Stärke der Blutung. Hierbei unterscheidet man Regeltempostörungen (wechselnde Abstände der Blutungen) von Regeltypusstörungen (Schwankung in Stärke der Blutung). Es kann auch passieren, dass die Blutung komplett ausbleibt.

Auflistung der Fachbegriffe für Blutungsstörungen:
  • Amenorrhoe = komplettes Ausbleiben der Blutung
  • Hypermenorrhoe = zu starke Blutung
    • > 80 ml Blutverlust bzw > 5 Tampons bzw. Binden/Tag
  • Oligomenorrhoe = zu schwache Blutung
  • Metrorrhagie = Zwischenblutung, azyklische Blutung
  • Polymenorrhoe = verkürztes Regelintervall
    • Blutungsfreies Intervall < 25 Tage
  • Menorrhagie = anhaltende vaginale Blutung > 7 Tage
  • Schmierblutung in der 2. Zyklushälfte (Lutealinsuffizienz)
Für die verschiedenen Blutungsstörungen gibt es unterschiedliche Ursachen.
Amenorrhoe, Oligomenorrhoe:
  • Hormonelle Faktoren (Ernährung, sportliche Aktivität, Tumore, anovulatorische Zyklen, PCO- Syndrom)
  • Psychische Faktoren (Stress, Krankheit)
  • Organische Ursachen (Ashermann-Syndrom: Verklebung der Gebärmutterschleimhaut; Ovarialzysten)
  • Medikamente
  • Schilddrüsen-Funktionsstörungen
Hypermenorrhoe, Polymenorrhoe:
  • Hormonelle Faktoren (hormonbildende Tumore)
  • Organische Ursachen (zu hoch aufgebaute Gebärmutterschleimhaut, Polypen, Myome, Krebs, Wechseljahre)
Metrorrhagie, Lutealinsuffizienz:
  • Hormonelle Faktoren (Gelbkörperschwäche, Progesteronmangel, PCO-Syndrom, Wechseljahre, Ovarialzysten)
  • Organische Ursachen (Polypen, Myome, Krebs)
  • Schilddrüsen-Funktionsstörungen

Diese Auflistung hat nicht den Anspruch alle Ursachen von Blutungsstörungen abzubilden, sondern soll einen Überblick geben.

Therapeutisch gibt es unterschiedliche Ansätze abhängig von der jeweiligen Blutungsstörung. Es gibt konservative/ medikamentöse Therapieansätze sowie invasive/ operative Ansätze (z.B. eine Ausschabung oder Myom-Entfernung. Wir versuchen für Sie die optimale Behandlungsmöglichkeit zu finden.

Dyspareunie (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr)

Die Ursachen von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können somatischer (körperlicher) oder psychischer Natur sein, auch eine Kombination beider Ursachen ist möglich. Dyspareunie ist für betroffene Frauen oder Paare sehr belastend, kann aber meist gut behandelt werden. Ursächlich kommen Infektionen, Lichen, Endometriose, Verwachsungen, Geburtsverletzungen, Myome, Fehlbildungen, Vulvodynie, das Levator-ani-Syndrom und Scheidentrockenheit in Frage. Psychische Faktoren betreffen die Partnerschaft, Ängste und Gewalterfahrungen. Beim Levator-ani-Syndrom kommt es aus Angst vor Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu einer Aktivierung der Beckenmuskulatur und somit zu Schmerzen. Die Dyspareunie kann am Scheideneingang, den großen Vulvalippen, der Klitoris, am Damm und am After auftreten oder den Unterbauch mit Gebärmutter, Eierstöcken, Blase und Mastdarm betreffen.
Bis zu 19 % aller Frauen sind betroffen.

Diagnostisch muss mnds. eines der folgenden Symptome vorliegen

  • Erhebliche Schmerzen während des Verkehrs oder der versuchten Penetration
  • Starke Angst vor Schmerzen in Erwartung von, während oder aufgrund einer vaginalen Penetration
  • Deutliche Verspannungen oder Versteifungen der Beckenmuskulatur während der versuchten Penetration der Scheide

Zunächst erfolgt die Erhebung der körperlichen und psychischen Anamnese. Im Rahmen der Inspektion von Vulva und Scheide achten wir auf anatomische Besonderheiten, die für eine Dyspareunie verantwortlich sein können (z.B. Bindegewebssepten in der Scheide oder ein verengtes Jungfernhäutchen). Diese Untersuchung ist für die Patientinnen oft eine große Überwindung. Häufig kommt es aufgrund der Schmerzerfahrung in der Vorgeschichte zu einer starken Anspannung der Oberschenkel- und Beckenmuskulatur und somit zu einem Teufelskreis der Schmerzerfahrung. Die Patientin wird daher zur bestmöglichen Entspannung angeleitet, eine Untersuchung ist dann oft ohne Schmerzen möglich.

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Unabhängig von dieser kann die Lubrikation (Feuchtigkeit) in der Scheide durch ein längeres Vorspiel, Gleitgele oder im Rahmen der Wechseljahre mittels einer Hormonersatztherapie erhöht werden. Auch Sexual-Stellungen bei denen die Frau die Tiefe des Eindringens des Penis bestimmen kann, können hilfreich sein. Die Patientinnen werden zu Einführübungen mit dem eigenen Finger oder mit Dilatoren angeleitet. Hierbei ist wichtig, dass die Penetration schmerz- und angstfrei erlebbar ist, wenn sie durch sich selbst erfolgt. Sofern ein Partner vorhanden ist, wird dieser in die Therapie mit einbezogen.
Auch eine sexualtherapeutische Begleitung kann notwendig sein.
Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.

Endometriose

Im Jahr werden ca. 20 000 Frauen in Deutschland wegen Endometriose behandelt – die Dunkelziffer ist wahrscheinlich viel höher.
Endometriose ist eine Erkrankung mit Auftreten von Gebärmutter-Schleimhautgewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle. So kann dies festgestellt werden im Bereich der Bauchhöhle, am Eileiter, auf der Blase oder auf dem Darm. Zusätzlich kann Endometriose zu Zysten an den Eierstöcken führen. Eine spezielle Form stellt die Adenomyosis uteri dar, bei der Endometriose-Herde in der Gebärmutterwand zu finden sind. In sehr seltenen Fällen kann Endometriose auch ein invasives Wachstum zeigen (beispielsweise in die Blase oder Darm) oder sogar außerhalb der Bauchhöhle auftreten (z.B. Lunge). Die meisten Frauen, die unter Endometriose leiden, befinden sich zwischen ihrem 15. und 50. Lebensjahr. Die Ursache für die Entstehung einer Endometriose ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Dazu gibt es verschiedene Theorien. Zum einen die Theorie der retrograden Menstruation – das heißt, dass Menstruationsblut über die Eileiter in den Bauchraum gelangt und zu Endometriose führt. Eine weitere Theorie ist die Entstehung der Endometriose durch Veränderung des Immunsystems oder auch Hyperperistaltik der Gebärmutter. Dies sind nur einige wissenschaftliche Theorien. Die Symptome sind vielfältig und leider wird bei über der Hälfte der Endometriose-Patientinnen die Diagnose nie oder sehr spät gestellt. Häufige Beschwerden sind Schmerzen vor und bei der Periode, chronische Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Schmerzen beim Stuhlgang und/oder Wasserlassen und ggf. unerfüllter Kinderwunsch. Diese Symptome können, aber müssen nicht auftreten. Meist wird durch Gespräche über Symptome ein Verdacht gestellt. Im Ultraschall kann man typische Endometriose-Zysten und eine Endometriose der Gebärmutterwand erkennen, jedoch ist Endometriose im Bauchraum nicht mit dem Ultraschall darstellbar. Eine gezielte Diagnose kann oft erst durch eine Bauchspiegelung und gezielte Gewebeentnahme mit nachfolgender Untersuchung durch den Pathologen gestellt werden.
Die Therapie der Endometriose besteht aus drei wichtigen Säulen:

1. Tabletten
  • Schmerztherapie – z.B. Naproxen, Ibuprofen, Paracetamol
  • „Pille“ – die Endometrioseherde werden an ihrer Ausbreitung gehindert
    • primär: Gelbkörperhormonpille – z.B. Dienogest
    • kombinierte orale Kontrazeptiva – die Einnahme sollte, da schmerzreduzierender, im Langzyklus erfolgen
    • GnRH-Analoga: wenn oben stehende Therapien versagen
  • Spirale mit einem Gelbkörperhormon – sinnvoll v.a. bei Adenomyose, Dyspareunie, rectovaginaler Endometriose
2. Operation
3. Psychische Begleitung

 

Endometriose-Patientinnen haben oft einen hohen Leidensdruck und einen langen Weg bis zur Diagnosestellung. Dies ist der so vielfältigen und oft nicht typischen Beschwerde-Symptomatik geschuldet.

Sprechen Sie uns gerne an und lassen Sie sich von uns beraten!

Haarausfall

Der Haarverlust ist für Männer und Frauen emotional belastend, da volles Haar für Gesundheit und Jugend stehen.
Es werden verschiedene Formen des Haarausfalls unterschieden.
Das Wachstum eines Haares im Haarfollikel verläuft in Zyklen, bestehend aus mehrjähriger Wachstumsphase(Anagen), kurzer Follikel-Rückbauphase (Katagen) und zwei bis viermonatiger Ruhephase (Telogen). Danach fällt das Haar aus, um nach einigen Wochen wieder neu aus dem
Follikel zu wachsen. Der Haarfollikel durchläuft immer wieder Phasen des
Wachstums und der Ruhe. Dadurch ergibt sich im Normalfall ein täglicher Haarausfall
von etwa 60 bis 100 Haaren. Normalerweise wachsen die etwa 100.000 Kopfhaarfollikel völlig unabhängig voneinander.
Bei der androgenetischen Alopezie kommt es ab dem dritten Lebensjahrzehnt schubweise zu einer Ausdünnung der Haare im Scheitelbereich. Im Alter von 20-29 Jahren sind ca. 3 % der Frauen betroffen, bei 60-69-jährigen Frauen bereits 25 %. Als ursächlich werden genetische Faktoren und männliche Geschlechtshormone angesehen. Bei entsprechender Erbanlage können auch normwertige Spiegel des männlichen Geschlechtshormons eine androgenetische Alopezie im Scheitelbereich auslösen. Sind die Androgene erhöht, kommt es häufig zu einem männlichen Ausprägungsmuster mit Geheimratsecken und Wirbelglatze.
Ursächlich beim diffusen Haarausfall können z.B. ein Eisenmangel, Diäten, Schilddrüsenfunktionsstörungen, entzündlich-rheumatische Erkrankungen und Medikamenten-Nebenwirkungen (z.B. Heparin) sein.
Beim chronischen Telogeneffluvium besteht der diffuse Haarausfall länger als 6 Monate und eine androgenetische Alopezie sowie andere Ursachen sind ausgeschlossen worden. Der Haarausfall tritt zyklisch und in mehrwöchigen Schüben auf, wobei der Haarverlust zwischen den Schüben vollkommen reversibel ist.
Die Alopecia areata („kreisrunder Haarausfall“) ist eine Form des entzündlichen/autoimmunen Haarausfalls von der in Deutschland ca. 1 Million Menschen betroffen sind und die in 60% der Fälle erstmalig vor dem 20. Lebensjahr auftritt. Es kommt zu vollkommen haarfreien kreisrunden Arealen. Betroffene Menschen leiden oftmals zusätzlich an anderen Erkrankungen wie einer Psoriasis oder Schilddrüsenerkrankungen. Die Alopecia areata ist unberechenbar, es gibt verschiedene Therapieansätze, oft kommt es zu spontanen Remissionen.
Diagnostisch erfolgt die Anamnese in Bezug auf Haarausfall in der Familie, Allgemeinerkrankungen, Operationen, Medikamente und Diäten. Auch nach einer Geburt kann ein Haarausfall auftreten. Laboratorisch erfolgt zunächst die Bestimmung von CRP, Serumferritin, TSH und Prolaktin.
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei der androgenetischen Alopezie erfolgt die Therapie mittels einer antiandrogenen Pille oder mittels Minoxidil. Diese 2%-Lösung wird 2x tgl. auf die Kopfhaut aufgetragen und fördert die Kapillarisierung der Haarwurzel und verbessert die Durchblutung. Im „off-lable-use“ ist auch eine Behandlung mit Finasterid denkbar (ist nur für die androgenetische Alopezie bei Männern zugelassen). Bei persistierendem Haarausfall empfiehlt es sich die Serumferritin-, Vitamin-B12-, Serumfolsäure, erythrozytäre Folsäure-, Östradiol- und Progesteron-Spiegel zu optimieren.
Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.

Habituelle Aborte

Bei etwa 1-3 % aller Paare kommt es wiederholt zu Fehlgeburten. Eine habituelle Abortneigung liegt vor bei dem Auftreten von zwei oder mehr Aborten. Dieses bedarf einer Abklärung.
Die primäre habituelle Abortneigung beschreibt, dass es bisher zu keiner Schwangerschaft nach der 24+0 Schwangerschaftswoche gekommen ist. Bei der sekundären habituellen Abortneigung hat bereits mindestens eine Geburt nach der 24+0 Schwangerschaftswoche stattgefunden.
Bei 25-29-jährigen Frauen liegt das Risiko einer erneuten Fehlgeburt nach einem Abort bei 15 %, nach 2 Aborten bei ca. 22 % und nach drei oder mehr Aborten bei ca. 40 %. Bei 40-44-jährigen Frauen steigen diese Werte auf 40 % bzw. 44 % bzw. 60 %.
Paare mit wiederholten Fehlgeburten sind einem hohen Leidensdruck unterworfen, da die Ursache zumeist unklar bleibt.

Es gibt vielfältige Ursachen für Fehlgeburten:
  • Genetische Faktoren
    • Die häufigste Ursache
    • EmbryonaleChromosomenstörungen, welche nicht mit dem Leben vereinbar sind
    • Mit zunehmendem mütterlichen Alter steigt das Risiko für Chromosomenfehlverteilungen
  • Anatomische Faktoren
    • Gebärmutterfehlbildungen (z.B. das Vorliegen einer Trennwand in der Gebärmutter oder eine herzförmige Gebärmutter)
    • Myome (gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter)
    • Polypen in der Gebärmutter
  • Endokrine Faktoren
    • Lutealinsuffizienz/ Gelbkörperschwäche
    • Schilddrüsenfunktionsstörungen
    • PCO-Syndrom
    • Diabetes mellitus
  • Immunologische Faktoren
    • Autoimmunerkrankungen
    • Antiphospholipidsyndrom
  • Das Gerinnungssystem betreffende Faktoren
    • Faktor V-Leiden Mutation
    • Prothrombin-G20210A-Mutation
    • Antithrombin-, Protein C-, Protein -Z, Faktor XII –Mangel
    • Erhöhung von Faktor VIII oder Lipoprotein A
  • Alter
    • Ab dem Alter von 40 Lebensjahren steigt bei Frauen das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich an
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Unklare Ursache (50-75% aller Patientinnen haben keine erkennbare Ursache)
Diagnostik bei 2 oder mehr Fehlgeburten
  • Ggf. genetische Untersuchung des Paares und des verstorbenen Embryos
  • Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung)
  • Schilddrüsendiagnostik bei der Frau
  • Gerinnungsdiagnostik, immunologische Labordiagnostik bei der Frau
  • Hormonstatus bei der Frau (Ausschluss einer Lutealinsuffizienz)
  • Metabolische Abklärung bei der Frau (Ausschluss PCO-Syndrom und Diabetes mellitus)
  • Erfassen der Lebensstilfaktoren des Mannes (Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegung, BMI)
Therapie:
  • Bei auffälligen genetischen Faktoren: assistierte reproduktionstechnische Behandlung mit ggf. Präimplantationsdiagnostik; ggf. genetische Diagnostik des verstorbenen Embryos, ggf. genetische Diagnostik der Eltern
  • Bei anatomischen Faktoren: Beseitigung von Polypen, Myomen oder Uterusfehlbildungen
  • Bei endokrinen Ursachen z.B. Behandlung von Diabetes, PCO- Syndrom, Schilddrüsenhormonstörung, Lutealinsuffizienz
  • Bei Immunologische Faktoren z.B. Gabe von Glukokortikoiden
  • Bei Gerinnungserkrankungen z.B. Gabe blutverdünnender Medikation

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.

Inkontinenz

1.) Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

Die Belastungsinkontinenz ist gekennzeichnet durch einen Urinverlust während körperlicher Anstrengung. Die Harnröhre wird während der Belastung nicht ausreichend verschlossen infolge einer unzureichenden Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur. Mögliche Ursachen sind u.a. Übergewicht, Alter und vaginale Geburten (v.a. Saugglocken- und Zangen-Geburten).
Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Schweregrade der Belastungsinkontinenz.

Schweregrad Symptome
Belastungsinkontinenz I° Urinverlust beim Husten, Niesen, Pressen und Lachen
Belastungsinkontinenz II° Urinverlust beim Heben, Laufen und Treppensteigen
Belastungsinkontinenz III° Urinverlust auch im Liegen

Bei beiden Formen der Inkontinenz sollten Grunderkrankungen wie eine Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, neurologische Erkrankungen, Diabetes, metabolisches Syndrom angemessen therapiert werden – dieses kann bereits zu einer deutlichen Symptomlinderung führen. Zunächst stehen konservative Therapieoptionen im Vordergrund. Sollte Übergewicht bestehen, ist ein Gewichtsverlust > 5% empfohlen. Darüber lässt sich bereits eine merkliche Linderung der Beschwerden erreichen. Ferner ist ein Beckenbodentraining empfohlen, um den Schließmechanismus der Harnröhre zu stärken. Dieses lässt sich auch mit einem „Biofeedback“ kombinieren. Hierbei wir die Anspannung des Beckenbodens sichtbar und hörbar gemacht und hilft den Frauen, das bewusste Kontrahieren und Entspannen des Beckenbodens zu kontrollieren.
Bei der Elektrostimulationstherapie, die mit Beckenbodentraining kombiniert werden kann, werden die für die Beckenbodenfunktion wichtigen Muskeln mit leichten elektrischen Impulsen gereizt, so wird eine Kräftigung des muskulären Beckenbodens erzielt.
Eine Therapieoption stellen Pessare dar. Inkontinenzpessare bestehen aus Silikon und werden in Form von Schalen, Würfeln und Ringen angeboten. Sie verändern den Übergangswinkel von der Blase zur Harnröhre so, dass es bei Belastung zu einem verringerten Urinverlust kommt. Auch Inkontinenztampons stützen den Blasenhals.
Bei Frauen in und nach der Menopause (Wechseljahre) gehört eine Östrogenbehandlung der Scheide zur Basistherapie der Belastungsinkontinenz. Diese kann beispielsweise in Form von Zäpfchen erfolgen.
Als medikamentöse Therapie der Belastungsinkontinenz kommt der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin (Dosierung 80mg/Tag) in Betracht, um die Inkontinenzepisoden zu reduzieren. Aufgrund der ausgeprägten Nebenwirkungen (Übelkeit/Erbrechen, Mundtrockenheit, Verstopfung, Schlaflosigkeit) brechen viele Patientinnen die Therapie ab.
Der Goldstandard zur operativen Therapie der Belastungsinkontinenz stellt die Implantation eines TVT („tension-free vaginal tape“) dar. Über einen kleinen Einschnitt an der vorderen Vaginalwand unter der Harnblase wird ein Polypropylenband in Lokal-, Spinalanästhesie oder kurzer Vollnarkose eingelegt. Die Erfolgswahrscheinlichkeit für diese Operation liegt bei 80–90 % Besserung und Heilung. Eine Alternative zur Therapie der Belastungsinkontinenz stellen „bulking agents“ dar. Dabei wird eine Art Schwellkörper unter die Harnröhrenschleimhaut gespritzt und diese dadurch abgedichtet. Die Operation kann in Lokalanästhesie oder kurzer Vollnarkose erfolgen. Die Erfolgsraten liegen bei 60 % Besserung und Heilung.

2.) Überaktive Blase (Overactive Bladder, OAB; Dranginkontinenz)

Ein Symptom der überaktiven Blase ist die sogenannte Pollakisurie (> 8 Blasenentleerungen in 24 Stunden). Weitere Symptome sind der imperative Harndrang (der Harndrang ist stark und nicht aufschiebbar) sowie die Nykturie (nächtliches Wasserlassen). Eine Inkontinenz muss nicht zwingend auftreten – in diesem Zusammenhang spricht man von der „overactive bladder wet“ und „overactive bladder dry“.
Am Anfang der Therapie steht ein Blasentraining (bladder drill). Dabei versuchen die Patientinnen, nicht jedem Drang nachzugeben, sondern den optimalen Zeitpunkt für den Toilettengang zu finden. Sie versuchen, gleichmäßig zu trinken, aber die Abstände zwischen den Toilettengängen durch ein aktives Unterdrücken des Harndrangs zu verlängern. Zudem wird eine Lebensstiländerung mit folgenden Verhaltensänderungen empfohlen: Reduktion der Trinkmenge, mindestens 2 h vor dem Schlafengehen keine Flüssigkeitsaufnahme mehr, Trinkmenge gleichmäßig über den Tag den verteilen, Reizstoffe meiden (Nikotin, Pfeffer, Chili, scharfe Gewürze) und Verstopfung meiden.
Eine Beckenbodenüberaktivität kann durch eine Elektrostimulationstherapie positiv beeinflusst werden. Die dadurch erzielte Neuromodulation mit Stimulation des Nervus pudendus kann reflektorisch zu einer Linderung der Drangbeschwerden führen. Insbesondere bei der Dranginkontinenz gehört eine vaginale Östrogenisierung zur Basistherapie.
Die führende primäre medikamentöse Therapie der Dranginkontinenz ist die anticholinerge Therapie. Diese dämpft die unwillkürlichen Kontraktionen des Blasenmuskels. Je nach Präparat kann eine Reduktion der Drang- und Inkontinenzepisoden um 60–70 % erreicht werden. Es kommt eine Mono- oder Kombinationsbehandlung mit den genannten Alternativen (lokale Östrogene, „bladder drill“, Elektrostimulationstherapie/Biofeedback) zur Anwendung, wobei eine Kombinationstherapie effektiver ist als eine Monotherapie. Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit (10 %), Obstipation, trockene Augen und Glaukomanfall, aber auch Störungen des Zentralnervensystems (ZNS) wie Schwindel, Verwirrtheit, Halluzinationen, Schläfrigkeit und Nervosität sind ein häufiger Grund für einen Therapieabbruch. Um seine Wirkung entfalten zu können, sollte das Anticholinergikum für 4-6 Wochen eingenommen werden.

Seit 2015 ist Mirabegron (β3-Adrenozeptoragonist) in der EU zugelassen. Es wirkt über selektive Bindung an die für die Blasenspeicherung verantwortlichen β3-Rezeptoren. Es kommt zur Entspannung des Blasenmuskels und somit zur Reduktion der Dranginkontinenz und Miktionsfrequenz bei Erhöhung der Blasenspeicherkapazität. Die übliche Dosierung von Mirabegron beträgt 50mg/Tag. Nebenwirkungen sind Bluthochdruck, Tachykardie und Vorhofflimmern. Dieses Medikament ist auch bei Glaukom in der Anamnese der Patientin zugelassen. Es zeigt sich eine deutlich bessere Compliance der Patientinnen unter Therapie mit Mirabegron wegen der reduzierten Nebenwirkungen (zugelassen nach frustraner cholinerger Therapie).
Nach frustraner konservativer Therapie der Dranginkontinenz, bei ausgeprägten Nebenwirkungen oder bestehenden Kontraindikationen für eine anticholinerge Therapie gibt es eine Therapiemöglichkeit mit der sakralen Neurostimulation/-modulation (SNS). Dabei handelt es sich um einen Blasenschrittmacher, der elektrische Impulse an den 3. oder 4. Sakralnerv abgibt.
Auch die operative Instillation von Botulinumtoxin in 20-30 Areale der Blasenwand ist eine Therapieoption.

3.) Mischharninkontinenz

Bei der Mischharninkontinenz liegen Symptome der Belastungs-und Dranginkontinenz vor. Meist ist eine der beiden Formen besonders stark ausgeprägt. Es gibt Physiotherapeuten/-innen, deren Tätigkeit schwerpunktmäßig den Beckenboden als „Zielorgan“ beinhaltet. Eine Liste diesbezüglich findet sich unter:
ag-ggup.de/therapeutenliste/therapeutenliste-beckenboden/

Sollten Sie Fragen haben sprechen Sie uns jederzeit an.

Lichen

Beim Lichen handelt es sich um eine chronische Hauterkrankung, welche die Haut von Vulva und Anus betrifft und in Schüben verläuft. In selteneren Fällen kann auch die Falte unter der weiblichen Brust betroffen sein. Betroffen sind ca. 0,1 % der Kinder und 3% der 80-jährigen Frauen. Bei betroffenen Mädchen kommt die Erkrankung in einem Viertel der Fälle bis zur Pubertät meist zum Stillstand. Eine konsequente und frühe Behandlung kann die Narbenbildung in Folge eines Lichen im Bereich der Vulva deutlich reduzieren. Die Häufigkeit von Vulvakrebs ist bei Frauen mit einem Lichen erhöht.
Ursächlich nimmt man ein Zusammenspiel aus genetischen , hormonellen, infektiösen und traumatischen Ursachen an. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen und die Rheumatoide Arthritis treten bei Frauen mit einem Lichen gehäuft auf.

Klassisches Symptom des Lichen ist ein chronischer Juckreiz im Bereich der Vulva und des Anus. Durch Vernarbungen am Kitzler und den kleinen Schamlippen kann es zu einer Verengung des Scheideneinganges und in der Folge zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen. Klassisch treten weißliche Flecken im Bereich der Vulva und des Anus auf („figure of eight“ um Anus und Vulva). Oft verkleben die kleinen mit den großen Schamlippen. Die Klitorisvorhaut (Praeputium clitoridis) kann in der Folge eines Lichen die Klitoriseichel (Glans clitoridis) bedecken. Kommt es zu einer Verengung des Harnröhrenausganges, kann es zu Beschwerden beim Wasserlassen kommen. Weitere mögliche Symptome sind Verhärtungen, Einrisse und ein Wundheitsgefühl.
Differentialdiagnostisch kommen Erkrankungen wie eine Psoriasis, ein Ekzem, eine Candida-Infektion oder ein Lichen planus in Betracht.

Meist lässt sich die Diagnose anhand des klinischen Bildes und der Symptome stellen. In unklaren Fällen erfolgt für die feingewebliche Diagnostik nach einer lokalen Betäubung die Entnahme einer kleinen Hautprobe.
Der Lichen ist nicht heilbar, medikamentös aber gut zu behandeln. Mehrfach täglich sollten betroffene Areale mit fetthaltigen Salben behandelt werden. Seifen, vaginale Spülungen und feuchtes Toilettenpapier sollten gemieden werden. Auch sollte auf eng anliegende Kleidung verzichtet werden. Fahrradsattel sollten weich sein. In den ersten 12 Wochen nach Diagnosestellung erfolgt die einmal tägliche Anwendung einer Cortison-Creme an den betroffenen Arealen, gefolgt von einer Erhaltungstherapie in Form einer zwei Mal wöchentlichen Anwendung. Die meisten Frauen erfahren darunter bereits eine deutliche Linderung ihrer Beschwerden. Sollte die Cortison-Therapie keinen Erfolg zeigen, kommen weitere medikamentöse Therapieschritte in Frage.

 

Sprechen Sie uns bei Fragen jederzeit gerne an.

Ovarialtumore: Eierstocktumore

Der Eierstock besteht aus verschiedenen Geweben (Epithel, Keimzellen, Stroma, Keimstranggewebe), aus denen sich gutartige sowie bösartige Tumore bilden können. Die Symptome können ganz unterschiedlich ausfallen. Von Beschwerdefreiheit bis hin zu Unterbauchschmerzen, Blutungsstörungen etc..

Bei einer Frau im gebärfähigen Alter ohne hormonelle Verhütung entsteht jeden Monat eine Eierstockzyste aus der die reife Eizelle freigesetzt wird. Hierbei handelt es sich um die Ovulation bzw. den Eisprung in der Mitte des Zyklus. Manche Frauen nehmen dieses als Mittelschmerz wahr. Ein Krankheitswert besteht dabei nicht. Bei Beschwerden wie Blutungsstörungen oder Unterbauchschmerzen besteht für uns als niedergelassene Gynäkologen die Indikation zum Ultraschall. Dabei können beispielsweise Tumore (in den meisten Fällen gutartig) an den Eierstöcken gesehen werden. Im Ultraschall werden die Tumore ausgemessen und nach bestimmten Kriterien beurteilt, welche bereits eine Einordnung Richtung gutartig/ bösartig erlauben. Endgültig lassen sich Tumore am Eierstock erst nach operativer Entnahme und anschließender pathologischer Beurteilung sicher klassifizieren.

Natürlich muss nicht jede Eierstockzyste operativ entfernt werden. Sofern vom Ultraschall keine suspekten Kriterien zur Darstellung kommen und die Beschwerden es zulassen, ist ein abwartendes Vorgehen oder ein medikamentöser Behandlungsversuch möglich.

Bei großen Eierstocktumoren kann es zu einer Torquierung/ Verdrehung des Eierstockes kommen. Dieses äußert sich mit akuten, starken Unterbauchbeschwerden. In diesem Fall erfolgt eine umgehende Bauchspiegelung.

Ein besonderes Krankheitsbild, die Endometriose, sorgt gehäuft für die Entstehung von Zysten am Eierstock. In einem anderen Beitrag auf unserer Seite gehen wir genauer auf die Endometriose ein.

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an!

Polyzystisches-Ovar-Syndrom (PCO)

Das PCO-Syndrom ist eine häufige Hormonstörung der Frau im gebärfähigen Alter. Ca. 8-13 % der Frauen in diesem Alter sind betroffen. Das PCOS ist gekennzeichnet durch ein hormonelles Ungleichgewicht. Typische Symptome sind Zyklusstörungen (unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen), Hirsutismus (Behaarungstyp mit männlichem Verteilungsmuster – z.B. an Oberlippe, Kinn, Brust, Oberschenkel, zwischen Nabel und Genitalbereich), Akne, Haarausfall (v.a. an Scheitel und Hinterhaupt) und Erhöhung der männlichen Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie). Oft bestehen Übergewicht und Diabetes.
Als Ursache für oben stehende Symptome kommen auch genetische Erkrankungen (AGS – Adrenogenitales Syndrom), Tumore an Eierstock oder Nebenniere und Medikamente (z.B. Cortison) in Betracht. Sollte sich ein Verdacht bei Ihnen stellen, veranlassen wir eine weiterführende Diagnostik.
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist wichtig, da das PCOS chronische Erkrankungen fördern kann (metabolisches Syndrom, Typ II Diabetes mellitus, Blutfettwerterhöhung). Auch kann es zu einer übermäßigen Stimulierung der Gebärmutterschleimhaut und somit langfristig zu einer Entwicklung eines Gebärmutterschleimhautkrebses kommen.

Zwei von den folgenden drei „Rotterdam-Kriterien“ sollten für die Diagnose PCO-Syndrom vorliegen:

  • Unregelmäßige oder ausbleibende Regelblutungen (Oligo-, Anovulation)
  • Hyperandrogenämie
  • Vermehrtes Auftreten von Eibläschen an den Eierstöcken (> 20 Eibläschen an einem Eierstock oder Volumen des Eierstockes > 20 ml)

In den ersten acht Jahren nach der Menarche (erste Regelblutung) sollte man mit der Diagnose eines PCO-Syndroms zurückhaltend sein, da unregelmäßige Zyklen und das vermehrte Auftreten von Eibläschen am Eierstock normal sein können. Bei allen Frauen mit PCO-Syndrom sollten kardiovaskuläre (das Herzkreislaufsystem betreffende) Risikofaktoren abgeklärt werden. Dazu gehört die Bestimmung des Body-Maß-Index, des Blutdruckes und ggf. Bestimmung der Nüchtern-Blutfettwerte. Zudem empfiehlt sich die Bestimmung eines Langzeitblutzuckerwertes sowie die Durchführung eines Zuckerbelastungstestes (75 g Oraler-Glukose-Toleranz-Test).
Das PCO-Syndrom kann mit einer Insulinresistenz einhergehen, ohne dass ein metabolisches Syndrom vorliegt und ein metabolisches Syndrom muss nicht unbedingt zu einem PCO-Syndrom führen.
Das Risiko an einem Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken ist bei PCOS 2-6-fach erhöht. Nicht zuletzt deshalb ist eine Zyklusregulierung über kombinierte orale Kontrazeptiva (Pille) oder eine Gelbkörperhormonpille ratsam.
Die Häufigkeit von Körperwahrnehmungsstörungen und Essstörungen ist bei Frauen mit PCOS erhöht. Bei V.a. eine psychische Erkrankung sollte die Vorstellung bei einem Psychologen/-in erfolgen. Bei 75 % der normalgewichtigen und 95 % der übergewichtigen PCO-Patientinnen besteht eine Insulinresistenz. Der Blutzucker kann in der Folge nur unzureichend in die Zelle aufgenommen werden. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsabnahme empfohlen. Eine Gewichtsabnahme von 5- 10% des Körpergewichtes kann Symptome des PCOS bereits merklich reduzieren bzw. zu einer Zyklusstabilisierung führen. Hilfreich hierbei zeigen sich eine Ernährungsberatung und regelmäßige körperliche Aktivität. Ein Therapiebaustein im Rahmen einer Gewichtsreduktion kann auch die Einnahme von Metformin sein.
Bei Patientinnen ohne Kinderwunsch ist die Einnahme eines kombinierten oralen Kontrazeptivums empfohlen. Einige dieser „Pillen“ führen zu einer Verminderung der erhöhten männlichen Geschlechtshormone im Blut (antiandrogen). Ferner kommt es in der Folge zu regelmäßigen Zyklen. Sollte es Gründe geben, ein kombiniertes orales Kontrazeptivum nicht einzunehmen, z.B. ein erhöhtes Thromboserisiko oder eine Migräne, stellt auch die intermittierende Einnahme eines antiandrogenen Gelbkörperhormons eine Therapiealternative dar.
Bei bestehendem Kinderwunsch kann die Einnahme von eisprungstimulierenden Medikamenten wie z.B. Letrozol oder Clomifen erfolgen. Sollten diese Maßnahmen erfolglos bleiben, ist auch eine weiterführende Kinderwunschbehandlung (ICSI, IVF) möglich.
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Uterus myomatosus

Myome sind gutartige mesenchymale Muskelknoten in der Gebärmutter. Diese können sich in der Gebärmutterhöhle (submuköse Myome), in der Gebärmutterwand (intramurale Myome) oder außen an der Gebärmutter (subseröse Myome) befinden. Sie betreffen Frauen in der reproduktiven Lebensphase, häufig zwischen dem 30. und 55. Lebensjahr. 50 % der Frauen in diesem Lebensabschnitt haben Myome, nur die Hälfte dieser Frauen weist auch Symptome auf.
Die Häufigkeit und Symptomatik der Myome sinkt im Verlauf der Wechseljahre deutlich.
Myome können unterschiedliche Symptome verursachen. Diese sind abhängig von Größe und Lage des Myoms. Zu den häufigen Beschwerden zählen Blutungsstörungen (verstärkte vaginale Blutungen) mit der möglichen Folge einer Anämie (Blutarmut), Schmerzen im Unterleib/ in der Steißregion, Beschwerden beim Wasserlassen und unerfüllter Kinderwunsch. Intramurale Myome, die das Cavum nicht deformieren, haben ab einer Größe von 2,85 cm einen negativen Einfluss auf die Fertilität.
Oft bestehen auch gar keine Beschwerden und somit kein Handlungsbedarf.
Diagnostisch gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Myome festzustellen. Zum einen tastet sich von vaginal häufig eine vergrößerte Gebärmutter. Zum anderen zählt der Ultraschall als Goldstandard der Myomdiagnostik. Im Ultraschall lassen sich Lokalisation, Größe und Durchblutung feststellen.
Der Uterus myomatosus stellt die häufigste Indikation für eine Gebärmutterentfernung dar. Jedoch ist nicht immer eine operative Therapie notwendig. In der Praxis werden verschiedene hormonelle und nichthormonelle Therapien eingesetzt, zugelassen sind jedoch nur GnRH-Analoga und der selektive Progesteronrezeptormodulator Ullipristalacetat. Letzterer wird aufgrund seines Nebenwirkungsprofils nur nach strenger Indikation verschrieben.
Als nichthormonelle ausschließlich symptomatische Therapie bei Blutungsstörungen und Schmerzen können Schmerzmittel und Tranexamsäure aufgeführt werden. Symptomlindernd sind kombinierte orale Kontrazeptiva, Hormonspiralen, aber auch GnRH-Analoga und Progesteronrezeptormodulatoren.
Eine weitere wichtige Säule der Therapie ist die operative Sanierung. Bei unerfülltem Kinderwunsch bei bestehenden Myomen (z.B. Myome in der Gebärmutterhöhle) stellt sich die Indikation für eine operative Entfernung. Dies kann per Bauchspiegelung oder hysteroskopisch (mit einer Kamera in der Gebärmutterhöhle und kleinen Instrumenten) erfolgen, je nach Größe und Lage des Myoms.
Bei abgeschlossener Familienplanung und symptomatischem Uterus myomatosus ist die Gebärmutterentfernung eine weitere Option.
Es gibt auch interventionelle Therapien. Dies sind radiologische Verfahren (Embolisation der myomversorgenden Gefäße), welche die Blutzufuhr der Myome unterbinden. Eine Vorrausetzung ist eine abgeschlossene Familienplanung.
Ein allgemein gültiger Behandlungsalgorithmus für Patientinnen mit symptomatischem Uterus myomatosus existiert nicht, die Therapieentscheidung ist individuell nach umfassender Diagnostik abhängig von den individuellen Symptomen und dem Leidensdruck.
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Vulvodynie

Bei der Vulvodynie kommt es im Bereich der Vulva (die Vulva umfasst die großen und kleinen Schamlippen sowie den Scheidenvorhof mit dem Scheideneingang und dem Jungfernhäutchen) zu chronischen Schmerzen für mindestens 3 Monate ohne Nachweis einer gynäkologischen oder dermatologischen Ursache. Eine Unterform der Vulvodynie ist die Vestibulodynie. Bei dieser ist der Scheidenvorhof von den Symptomen betroffen. Unterschieden werden auch eine generalisierte, die gesamte Vulva betreffende Form, sowie eine provozierte Form, bei der die Beschwerden nach Berührung auftreten. Betroffen sind vor allem Frauen zwischen dem Teenager-Alter und dem 25. Lebensjahr, aber auch ältere Frauen können an einer Vulvodynie leiden. Es wird angenommen, dass 10-30 % der Frauen betroffen sind. Bis zur Diagnosestellung vergehen oft viele Jahre. Es bestehen häufig Beschwerden ausgelöst durch das Wasserlassen, die Regelblutung oder durch vaginalen Ausfluss.

Verschiedene Erkrankungen finden sich gehäuft bei Vulvodynie-Patientinnen – dazu gehören u.a. das Reizdarm-Syndrom, Unterbauchschmerzen, Endometriose, Kopfschmerzen, interstitielle Zystitis, Fibromyalgie, Zähneknirschen und Angststörungen. Nicht selten kam es in der Vorgeschichte zu einem sexuellen Missbrauch. Ursächlich geht man von einem multifaktoriellen Geschehen aus, als Auslöser kommen vulvovaginale Infektionen mit wiederholten lokalen Behandlungen in Betracht.
Die Frauen beschreiben ihre vulvären Symptome beispielsweise als „Schmerz wie Feuer“, „Schmerz wie ein Messerstich“ oder „stechende Nadeln“.

Im Alltag zeigt sich ein Schmerz bei Berührung des Scheidenvorhofes oder bei Penetration der Scheide (Geschlechtsverkehr, Tampon, Finger). Eine Rötung im betroffenen Vulvabereich kann auftreten, ist aber ein unsicheres Kriterium. Infektionen, neurologische, dermatologische und neoplastische Erkrankungen sollten ausgeschlossen sein.
Die Therapie ist komplex. In ca. 20 % verschwindet die Vulvodynie spontan. Oft erfolgten unnötige und schmerzauslösende Therapien gegen Pilze, Bakterien oder Viren. Diese sollten beendet werden. Der Anogenitalbereich sollte lediglich mit Wasser gesäubert werden. Eine rückfettende Hautpflege wird empfohlen. Neben lokalen medikamentösen Therapien kommt auch eine systemische antidepressive oder neuroleptische Therapie in Betracht. Ferner existieren psychosomatische, sexualmedizinische und operative Therapieoptionen.

Im Folgenden sehen Sie verschiedene Therapieoptionen:

Therapiekonzept der Vulvodynie
Medikamentöse Therapie bei Vulvodynie

Haben Sie weitere Fragen zur Vulvodynie zögern Sie nicht uns anzusprechen!